Offene Alternative zu Apple und Google
- Bearbeiter: eine App oder Internetseite, mit der Änderungen am Kartenmaterial von OSM vorgenommen werden können
- Knoten: Punkt auf der Karte wie ein Baum, ein Restaurant oder eine Ampel
- Weg: Linie oder Fläche auf der Karte wie eine Straße, ein Fluss oder auch ein Gebäude
- Etikett: Datenpunkt zu einem Knoten oder Weg wie die Öffnungszeiten eines Restaurants oder die Geschwindigkeitsbegrenzung einer Straße
Hinter OpenStreetMap stehen nicht eine einzelne App, sondern ein großes Projekt, eine freie Software und eine gemeinnützige Organisation. Der Clou dabei: Andere Apps und Anbieter können die umfangreichen Standortdaten für ihre eigenen Anwendungen und Projekte nutzen. Diese Daten stammen wie bei der Wikipedia von einer Vielzahl freiwilliger Unterstützer, die lokale Einträge pflegen, GPS-Wege liefern und bei der Pflege von Datenpunkten helfen. Das hat viele Vorteile für jeden Nutzer. Die OpenStreetMap-Karten liefern beispielsweise lokale Details wie Einträge für Briefkästen, Glasmüllcontainer oder ob Bushaltestellen Überdachungen und Sitzplätze besitzen. Viele Entwickler nutzen dieses Kartenmaterial für eigene, ganz spezielle Karten-Apps wie für Wanderungen oder Fahrradrouten. Wir zeigen Ihnen, welche Apps als echte Alternativen für Apple Karten und Google Maps herhalten.
OpenStreetMap im Web
Die erste Anlaufstelle für die Nutzung von OpenStreetMap ist die Webadresse openstreetmap.org. Hier können Sie im Suchfeld in der linken oberen Ecke nach Sehenswürdigkeiten, Adressen oder zusammenhängenden Regionen suchen. In der rechten oberen Ecke finden Sie Knöpfe zum Zoomen, für die automatische Standortermittlung sowie zur Änderung des Kartenmaterials. Der Knopf mit den drei übereinander liegenden Ebenen öffnet weiteres Kartenmaterial. Damit wechseln Sie zu Verkehrskarten oder eigenen Ansichten für Radwege.
Gleich zu Beginn fällt auf, wie detailliert das Kartenmaterial und die vielen Einträge ausfallen. Vor dem Kölner Dom zeigt OpenStreetMap beispielsweise die Position einzelner Mülleimer, Parkbänke und Infotafeln an. Mit einem Klick auf das kleine i-Symbol am rechten Rand öffnen Sie die Karten-Legende. Eine vollständige Auflistung aller Symbole öffnen Sie ganz unten in der Liste mit einem Klick auf „Siehe externe Kartenlegende“. Eine Detailansicht der einzelnen Kartensymbole öffnen Sie mit einem Rechtsklick und dem Menüpunkt „? Objektabfrage“. Jedes Kartensymbol besitzt einen eigenen Eintrag mit weiteren Informationen. Hier kann dann beispielsweise stehen, ob eine Bushaltestelle überdacht ist.
Neben dem Suchfeld befindet sich der Knopf zur Routenplanung. Hier geben Sie Start und Ziel ein, anschließend zeigt Ihnen die Karte die passende Route für Autos, Fahrräder oder den Weg zu Fuß an. Eine Navigation mittels öffentlicher Verkehrsmittel wie Bus oder Bahn gibt es hier ebenso wenig wie eine eigene iPhone-App zur mobilen Navigation. Da OpenStreetMap aber als offener Anbieter von Kartenmaterial und Standortdaten fungiert, füllt eine Vielzahl von externen Apps diese Lücken.
Mapy.com: Rundumlösung auf dem iPhone
Die wohl beste, weil umfangreichste Lösung zur mobilen Nutzung von OpenStreetMap liefert die kostenfreie App mapy.com. Hier finden Sie verschiedene Kartenansichten wie Satellitenbilder und eine aktuelle Verkehrsansicht. Die Routenplanung mittels öffentlicher Verkehrsmittel ist ebenfalls möglich. Sie können die App kostenfrei und ohne Nutzungskonto einsetzen. Mit einem kostenfreien Nutzungskonto stehen allerdings weitere Funktionen wie das Speichern von Standorten oder die Bewertung von öffentlichen Einrichtungen bereit. Darüber hinaus gibt es ein kostenpflichtiges Abo für rund 19 Euro pro Jahr. Dieses schaltet Funktionen wie Offline-Karten, Routen zum Joggen und Klettern sowie eine eigene Apple-Watch-App frei. Apples CarPlay-Funktion unterstützt die App ebenfalls. Damit kann mapy.com ebenfalls bei der Navigation im Auto helfen.

CoMaps: kostenfrei und datensparsam
Eine komplett kostenfreie Alternative zu mapy.com ist die App CoMaps. Die Anwendung bietet ebenfalls eine Navigation für öffentliche Verkehrsmittel an, im Test allerdings eingeschränkter als andere Anwendungen. Busverbindungen konnte CoMaps zum Beispiel nicht finden, dafür aber S- und U-Bahnen. CarPlay unterstützt die App ebenfalls. Der eigentliche Vorteil sind aber die uneingeschränkten Downloadmöglichkeiten von Karten. Damit eignet sich CoMaps besonders gut für Wandertouren. Dazu gibt es auch eine eigene Kartenansicht, die Wanderwege hervorhebt und Campingplätze, Wasserquellen und Höhenlinien zeigt. Lesezeichen und aufgezeichnete GPS-Routen synchronisieren Sie mittels iCloud. Darüber hinaus verspricht die App eine datensparsame Nutzung, denn sensible Daten wie Ihre Standortdaten speichert die App gar nicht erst.
Schritt 1
Um einen Fehler zu melden, nutzen Sie am besten den Mac-Browser und öffnen openstreetmap.org. Anschließend navigieren Sie zum fehlerhaften Eintrag. Mit einem Rechtsklick auf den Eintrag öffnen Sie das Menü.
Schritt 2
Wählen Sie „Einen Hinweis/Kartenfehler hier melden“ aus. Nun öffnet sich ein Textfeld und ein blaues Kreuz erscheint auf der Karte. Das Kreuz können Sie bei Bedarf an die exakte Stelle des Fehlers verschieben.
Schritt 3
Im Textfeld beschreiben Sie den Fehler so genau wie möglich. Ihre Meldungen können Sie anonym abgeben oder mit einem OSM-Konto, wenn Sie über Nachfragen oder Änderungen informiert bleiben möchten.
MapOut: digitale Wanderkarten
Wer eine Karten-App speziell für Wanderwege und -touren sucht, greift zu MapOut. Die App verlangt einen einmaligen Preis von rund 6 Euro vor dem Download, liefert dafür aber spezielle Funktionen für Wanderer. Allen voran die Offline-Karten, mit denen Sie vor der nächsten Wanderung das Zielgebiet herunterladen und dann ohne mobile Datenverbindung nutzen können. Das ist besonders nützlich bei Touren durch Funklöcher, wie sie bei einer Bergwanderung oftmals üblich sind. Clever: Sie können Ihre Wanderwege im Vorfeld planen und unterwegs festhalten. Bei der vorherigen Planung zeichnen Sie mit dem Finger den gewünschten Weg einfach auf dem Bildschirm ab. Dazu tippen Sie auf das Sprechblasensymbol am unteren Bildschirmrand und wählen „Zeichne neue Tour“. Während der Wanderung können Sie einzelne Wegpunkte händisch setzen oder die gesamte Tour im Hintergrund aufzeichnen. Dazu gibt es das Symbol mit dem Kreis am unteren Bildschirmrand.
Das Kartenmaterial von OpenStreetMap muss sich nicht vor den Angeboten von Apple und Google verstecken. Allerdings bieten diese beiden Apps viele nützliche Funktionen, die bei OSM fehlen. Die Qualität der Routenplanung mittels ÖPNV ist sowohl bei Apple als auch bei Google in der Regel höher. Die Satelliten-Ansichten der beiden etablierten Anbieter sind ebenfalls besser als bei OSM. Funktionen wie Googles Street View oder Apples Umsehen gibt es ebenfalls nicht. Darüber hinaus ist die Qualität der beiden Apps im Vergleich zu den vielen OSM-Anwendungen höher. Besonders Apples Bestreben, aufwendige 3D-Modelle großer Städte oder berühmter Wahrzeichen anzufertigen, gibt es bei OSM nicht. Das kann sich durch die bereits vorhandenen Apps oder neue Ideen aus der OSM-Community allerdings jederzeit ändern.
OsmAnd: Empfehlung für Fahrradtouren
Die kostenfreie Anwendung OsmAnd Maps versucht, eine Allround-Lösung zu sein, ist allerdings besonders nützlich für Fahrradtouren. Denn dabei erweisen sich die detaillierten Aufschlüsselungen von Routen als besonders nützlich. Die App liefert nicht nur einen Weg von A nach B, sondern auf Knopfdruck auch detaillierte Streckeninformationen. Dabei geht es etwa um Höhenunterschiede, Streckenbeschaffenheiten und Bodenbeläge. Das alles zeigt die App in anschaulichen Diagrammen auf den konkreten Streckenverlauf bezogen. Dies kann für die Navigation im Auto ebenfalls sinnvoll sein, zum Beispiel wenn man Autobahnen vermeiden möchte. Für Fahrradfahrer sind diese Informationen aber Gold wert. Die Navigation mittels ÖPNV wird deutlich als Beta-Funktion beschrieben, und das ist spürbar bei der Nutzung. Die App kann zwar Verbindungen via Bus und Bahn heraussuchen, allerdings fehlen die konkreten Abfahrtszeiten. Aktuelle Baustellen oder Ausfälle zeigt die App nicht an, sodass gesperrte Verbindungen als Ergebnis erscheinen können. Anders als bei anderen Navigationsapps benötigt OsmAnd Maps mehrere Sekunden zum Suchen und Anzeigen der Verbindungen.
Überraschenderweise bietet die App gleich zwei unterschiedliche Premium-Abos für die Freischaltung weiterer Funktionen an. Mit dem Abo „Maps+“ erhalten Sie unter anderem CarPlay, monatliche Kartenaktualisierungen und unbegrenzte Kartendownloads. Dieses Abo kostet rund 15 Euro pro Jahr oder einmalig rund 70 Euro. Darüber hinaus gibt es mit „OsmAnd Pro“ diese und weitere Funktionen wie Wetter-Informationen, stündliche Kartenaktualisierungen und Cloudspeicher für Ihre wichtigsten Karten-Informationen. Dieses Abo kostet rund 6 Euro pro Monat oder rund 40 Euro pro Jahr.



Mitmachen statt meckern
Das OpenStreetMap-Projekt lebt von der Bereitschaft seiner Nutzenden, das Kartenmaterial aktiv zu erweitern und zu verbessern. Die erste Anlaufstelle für Verbesserungen der OpenStreetMap-Karten ist die Webseite auf openstreetmap.org. Hier finden Sie oberhalb des Suchfensters einen grünen Knopf mit der Aufschrift „Bearbeiten“. Mit einem Klick öffnet sich dann das Anmeldefenster. Sie benötigen ein kostenfreies Nutzungskonto, mit dem Sie sich an dieser Stelle entweder direkt anmelden oder gänzlich neu registrieren. Für ein neues Konto benötigen Sie lediglich eine E-Mail-Adresse, wählen einen Nutzernamen und ein sicheres Passwort. Nach der ersten Anmeldung erklärt die Seite kurz einige Grundbegriffe (siehe Kasten) und welche Informationen gewünscht und welche unerwünscht sind. Beispielsweise gibt es bei OSM keine Bewertungen für Restaurants.
Anschließend stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten offen, wie Sie das Kartenmaterial verbessern können. In unserem Workshop erklären wir zunächst den einfachsten und schnellsten Weg, indem Sie einen simplen Hinweis melden. Damit weisen Sie andere Nutzer auf fehlerhafte Informationen hin, ohne diese selbst ändern zu müssen.
Apples eigene Karten-App dient standardmäßig als Grundlage für Navigationsfunktionen auf dem iPhone. Wenn Sie beispielsweise auf eine Adresse im Web tippen, dann öffnet sich automatisch Apple Karten und zeigt den Standort zur Adresse an. Dies können Sie in den iPhone-Einstellungen aber auf eine OpenStreetMap-Anwendung ändern. Dazu öffnen Sie die Einstellungen-App und tippen ganz unten auf „Apps > Standard-Apps“. Hier wählen Sie beim Eintrag Navigation die gewünschte OSM-Anwendung aus, die fortan automatisch für Standorteinträge und Navigationen geöffnet werden soll.
Im zweiten Workshop zeigen wir Ihnen, wie Sie selbst neue Informationen auf die Karten von OpenStreetMap bringen oder vorhandene Fehler korrigieren. Dabei können Sie im Mac-Browser neue Gebäude einzeichnen, Points of Interest markieren (beispielsweise Geschäfte oder Verwaltungsgebäude kennzeichnen) oder Straßen anlegen. Das alles funktioniert auch, indem Sie vorhandene Einträge korrigieren oder entfernen. Mit iPhone-Apps wie mapy.com oder CoMaps können Sie ebenfalls Korrekturen vornehmen. Für mapy.com benötigen Sie ein eigenes Nutzungskonto, um Fehler auf dem Kartenmaterial melden zu können. Mit CoMaps ändern oder ergänzen Sie vorhandene Informationen wie Öffnungszeiten oder Namen von Geschäften, indem Sie sich mit Ihrem OSM-Konto anmelden. Vorhandene Karteneinträge können Sie außerdem ohne Anmeldung mit einem Hinweis für OSM-Nutzende versehen, sodass diese dann Änderungen vornehmen können.
Die dritte Möglichkeit, um die Arbeit von OpenStreetMap nachhaltig zu unterstützen, hat nichts mit Karten-Informationen zu tun, sondern mit Geld. Denn die OpenStreetMap Foundation, die gemeinnützige Struktur hinter dem Kartenprojekt, ist auf finanzielle Unterstützung durch Spenden angewiesen. Damit werden Serverkosten für das Hosting oder Personalkosten getragen. Auf openstreetmap.org finden Sie einen „Spenden“-Knopf in der oberen Navigation. Dieser bringt Sie zu einer englischsprachigen Seite der OSM Foundation, mittels der Sie eine Spende vornehmen können. Allerdings sind diese Zahlungen steuerrechtlich nicht als Spende absetzbar.
Schritt 1
Sie können das Kartenmaterial von OpenStreetMap selbst verbessern. Dazu melden Sie sich mit Ihrem Konto auf openstreetmap.org an. Mit einem Klick auf den grünen „Bearbeiten“-Knopf oben öffnen Sie den Editor.
Schritt 2
Der Editor zeigt Ihnen die ausgewählte Position als Satellitenansicht inklusive aller bereits eingetragener Knoten und Wege. Mit einem Klick auf diese Einträge können Sie Änderungen an den Etiketten vornehmen.
Schritt 3
Neue Punkte, Linien und Flächen erstellen Sie mit den Knöpfen über „Objekt hinzufügen“. Anschließend füllen Sie die einzelnen Etiketten des Objektes aus. Zum Schluss klicken Sie auf den „Speichern“-Knopf.

Für Christian Steiner, derzeit in Wuppertal lebend, ist Apple-Geschichte kein Nostalgietrip, sondern Aufklärungsarbeit. In seiner Rubrik „Ein Blick zurück“ bei der Mac Life nimmt er die wichtigen Momente aus Apples Unternehmensgeschichte unter die Lupe, ordnet sie ein und erklärt, warum sie bis heute nachwirken. Als junger Familienvater interessiert ihn dabei auch, wie Apple-Produkte das Familienleben verbessern können.

















